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Stadt Hallstadt im Landkreis Bamberg  |  E-Mail: stadt@hallstadt.de  |  Online: http://www.hallstadt.de

Sehenswerte Bau- und Kunstdenkmäler im Gebiet der Stadt Hallstadt

Die spätgotische Hallenkirche St. Kilian, das Wahrzeichen Hallstadts

Kirche St. Kilian

Schon um 800 war in Hallstadt eine Kirche vorhanden, die aus Holz erbaut war. Sie stand wohl dort, wo sich heute der Kirchturm befindet. Später, unter Bischof Otto I., erhielt die Kirche einen steinernen Untergrund. Die jetzige spätgotische St. Kilianskirche, eine dreischiffige Hallenkirche, wurde in Teilabschnitten erbaut. 

 

1380 - 1390 erstand der Chor mit dem oberen Teil des Turmes.

 

1450 - 1478 erbauten Oberpfarrer Dr. Peter Knorr und Vogt Heinrich Rockenbach das jetzige Längsschiff der Kirche. Es enthält an den Fenstern neunmal das Hakenkreuz, welcher Brauch auch an der Oberen Pfarrkirche in Bamberg und an der Altenburg sichtbar ist und auf das 1470 hinweist. Weitere Steinmetzzeichen deuten auf das 15. Jahrhundert hin. Ist der Chor noch Hochgotik, so gehört das Schiff der Spätgotik an. Die Kirche selbst ist eine Hallenkirche, d. h. ohne Querschiff. Oberpfarrer Dr. Peter Knorr erbaute auch die Sakristei, über deren Türe sich sein Wappen befindet. 

 

Die Sakristei, mit herrlichem Rippengewölbe in gotischem Stil mit drei Schlusssteinen: segnende Hand, drei Fische und gefüllte Rose, hatte früher schmälere Fenster, die 1913 verbreitert wurden. 1877 wurde das obere Stockwerk der Sakristei abgebrochen und 1913 wurde wieder ein oberes Stockwerk aufgebaut. Die Ostfenster wurden abgebrochen und die Sakristei erhielt einen Vorbau, welcher die Stiege nach oben eingebaut erhielt.

 

Wie in der Sakristei sehne wir auch in der Kirche selbst schöne Symbole und zwar zwölf Schlusssteine im Schiff und drei in der Empore. Der gotische Flügelaltar des Chores wurde später durch den jetzigen Barockaltar ersetzt.

 

Der sechs Stockwerke hohe Kirchturm ruht auf einem gewölbten Unterbau mit rundbogigen Nischen. Die beiden unteren Stockwerke sind älter als die oberen. Hier befand sich allem Anschein nach der Chor der alten St. Kilianskirche. Später hat man die Westwand des Erdgeschosses des Turmes geschlossen und aus dem alten Kirchenchor wurde die Sakristei. Der Turm selbst ist Eigentum der Gemeinde. An seiner Außenseite sind noch die Spuren der Treppen sichtbar, auf der der Wächter in den I. Stock hinaufstieg, denn war doch der Turm Wehr- und Wachturm. 

 

Während sich früher an der Kirchwand eine Sonnenuhr befand, kam 1569 eine Schlaguhr auf den Turm. Am 30. August 1627 zerschmetterte ein Blitz das Uhrhaus und 1695 erfolgte die Anschaffung einer neuen Turmuhr. Ständige Reparaturen veranlassten die Gemeinde 1814 wieder eine Sonnenuhr wieder eine Sonnenuhr anzubringen, für die aber bald wieder eine Uhr auf den Turm kam. An der Kirchennordwand befindet sich ein Erbärmdechristus aus dem 14. Jahrhundert, der einst als Stock oder Kirchenpranger im Friedhof stand.

 

Das Haupttor der Kirche befand sich auf der Westseite unter einem drei Stockwerke hohen turmartigen Vorbau. Am 24. Juli 1932 fielen die beiden großen Kastanienbäume vor dem Hauptportal. Zugleich wurden Beinhaus (rechts des Hauptportals) und Ölberg (links des Eingangs) abgebrochen.

 

Über das Beinhaus führten die Treppen zur Empore hinweg. Es wurde 1709 an Stelle eines früheren erbaut. Die Totenköpfe lagen im Beinhaus aufgeschichtet und trugen auf der Stirne die Namen der Toten.

 

Der Ölberg war 1748 neu erbaut worden, doch war schon früher ein Ölberg dort, der 1748, 1657 und 1665 urkundlich genannt wird. Auch das Bahrhaus, dessen Spuren noch an der Ecke zum Turm und zum Chor sichtbar sind, wurde abgebrochen. Nun erstand der 1932 vollendete Kirchenerweiterungsbau nach Westen zu unter Pfarrer Erlwein. Hier ist noch zu erwähnen, dass das abgebrochene Beinhaus unter Pfarrer Werner zwischen 1874 und 1891 in eine Lourdesgrotte umgeändert worden war.

 

Das Innere des Chores zeigt den jetzigen Hochaltar, dessen Erbauer Pfarrer Reuß, von 1732-1733 eine Restaurierung der Kirche durchführte und zugleich Fenster des Schiffes mit gotischem Zierwerk versehen ließ. Er entfernte den Kreuzaltar, da er die Sicht zum Hochaltar verhinderte. Sein früherer Standort war bei der Kommunionbank. Die Kirche wurde im Inneren geweißt, während die Orgel schon 1668 aufgestellt worden war und 1743 neue Stühle in die Kirche kamen.

 

Der Hochaltar, 1738 erbaut, zeigt ein Bild des hl. Kilian, wie er von den Schergen niedergerissen wird und ihm Engel die Marterkrone reichen. Das Bild ist eine Schöpfung des Bamberger Hofmalers Joseph Scheubel. Vom alten Hochaltar ist nur noch bekannt, dass er ein gotischer Flügelaltar mit vier Flügeln war, die aus Holz bestanden. Der neue Altar ist eine Stiftung der Kammerrätin Dietz, der Witwe des am 4. Juni 1721 verstorbenen Amtsverwesers Hans Heinrich Körber. 1789 wurde das Bild des Hochaltars von Andreas Mattenheimer restauriert. Die Neuvergoldung der vier Figuren des Hochaltars hob die Wirkung noch mehr und 1910 wurde die letzte Restaurierung des barocken Hochaltars durchgeführt. 

 

Der Marienaltar wird schon 1417 genannt, 1616 renoviert und 1654 mit einem neuen Marienbild versehen, das neue Festgewänder bekam. Thomas Buscher-München schuf 1915 ein holzgeschnitztes Vesperbild, das am 1. Mai 1915 eingeweiht wurde. 1692 erhielt der Marienaltar durch den malerischen Vorhang einen prächtigen Schmuck. 1756 erfolgte die Aufstellung des neuen jetzigen Marienaltars, der das Altarbild "Regina Rosari" (Maria-Himmelfahrt) von Jakob Turban erhielt, das aber 1895 durch das Bild "Rosenkranzkönigin" von Kaspar Schleibner ersetzt wurde. Turbans Bild stiftete Hofrat Friedrich Stapf und ist nun im Pfarrhof aufgehoben.

 

Der Kreuzaltar, schon vor 1402 entstanden, wird als mittlerer Altar erstmals 1620 erwähnt, erhielt 1698 ein neues Kreuz und wurde 1733 abgebrochen und auf die Seite verlegt.

 

Der Apostelaltar, ein Geschenk der Familie Stapf aus dem Jahre 1747, birgt im Bogen das Stapf'sche Wappen. Sein ursprüngliches Altarbild "Sendung des Hl. Geistes" stammte von Sebastian Eichenbrot und wurde 1886 durch Schleibners Jugendwerk "Sendung des Hl. Geistes ersetzt.

 

Das Sakramentshäuschen, im gotischen Stile links hinter dem Hochaltar errichtet, erstand wohl schon zwischen 1447 - 1498. Im Schwedenkrieg verwüstet, wurde es 1634 - 1636 restauriert,

 

Die Kanzel aus dem Jahre 1668 ist ein Werk des Kulmbacher Bildhauers Schlehendorn. Der Taufstein aus dem 15. Jahrhundert wird schon 1584 erwähnt. Die Ehetür findet 1644 Erwähnung und die ihr gegenüberliegende Kemmerer Kirchentür wurde kurz nach 1710 vermauert. 1752 wurde eine neue Orgel aufgestellt. Besonders beachtenswert ist der alte Emporenaufgang an der Südseite der Kirche aus dem Jahre 1669.

 

Der Kirchenschatz:

  1. Monstranz, Geschenk des Bamberger Weihbischofs Schnaz 
  2. Speisekelche
  3. Kelche
  4. Silberschmuck (6 silberne Leuchter, 1 Krone, 2 leuchtertragende Engel aus hölzernen Postamenten, zwei anbetend Engel zum Hängen, zwei  silberne Kännchen)
  5. ein silbernes Rauchfass aus dem Jahre 1747
  6. Messkännchen 
  7. Kreuzpartikel
  8. Kruzifixe 
  9. Reliquien
  10. Kreuzwegstationen
  11. eine Weihnachtskrippe
  12. das Hl. Grab, das schon 1609 erwähnt wird, aber wegen Platzmangel nicht zur Aufstellung kommt. 1912 wurde dafür ein kleineres provisorisches Hl. Grab für den Apostelaltar angeschafft.

 

Die Sakristei enthält eine Ankleidekommode aus dem Jahre 1668.


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