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Abschlusspräsentation zum Kanalsanierungskonzept im Stadtrat

„Die Abwasserbeseitigung gehört zu den klassischen Pflichtaufgaben einer jeden Kommune“, erklärte Bürgermeister Thomas Söder in der jüngsten Stadtratssitzung. „Wir haben in den vergangenen neun Jahren viel Geld in die Instandsetzung unseres Kanalsystems investiert und alle gravierenden Schäden in den Hauptkanälen beseitigt.“ Aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist eine derartige Sanierung der Kanäle gegenüber einem vollständigen Neubau sinnvoller und vor allem auch für die Bürgerinnen und Bürger deutlich freundlicher, da hier fast keine Berührungspunkte gegeben sind – Straßen müssen nicht aufgerissen werden. Zudem besonders erfreulich: Sowohl der Zeitplan (acht bis zehn Jahre) als auch der Kostenvoranschlag (2 Millionen Euro) wurden unterboten.

 

Historie
Klaus Peter Gaul, Ingenieurbüro Gaul (Bamberg), ging bei seiner Abschlusspräsentation des Kanalsanierungskonzeptes zunächst auf die Historie ein. Bereits im Jahr 2007 befasste sich der damalige Stadtrat mit der anstehenden Aufgabe und beschloss gemäß der Eigenüberwachungsversorgung Bayern (EÜV) die Sanierung der städtischen Schmutzwasserkanalisation. Danach wurde ein Kanalsanierungskonzept erstellt, das die vorliegenden Schäden in mehrere Prioritätsstufen (0 bis 4) einteilt.

 

Priorisierung
Bei der Stufe 0 besteht ein dringender Handlungsbedarf. Das war bei rund 5,5 Prozent des insgesamt 66 Kilometer langen Kanalsystems der Fall. Die Stufen 1 (5,8 Prozent) und 2 (10,9 Prozent) wurden ebenfalls saniert. Dafür waren pro Jahr 200.000 Euro im Haushalt eingestellt – auf den gesamten Zeitraum bezogen, errechnen sich so die bereits genannten 2 Millionen Euro. Bei den verbleibenden Stufen 3 (10,5 Prozent) und 4 (67,3 Prozent) bestand kein Handlungsbedarf.

 

TV-Untersuchung
Um die Priorisierung korrekt vornehmen zu können, ging eine fachkundige TV-Untersuchung der Kanalisierung (Misch- und Schmutzwasser) in den Jahren 2004 bis 2007 voraus. Dabei handelte es sich um eine sogenannte Ersterfassung. Alle Daten – wie bauliche Beschaffenheit, Material, Gefälle etc. – wurden in einem digitalen Kataster festgehalten. „Eine ähnliche Maßnahme steht in den kommenden Jahren unter anderem auch bei den Regenwasserleitungen an“, blickte Experte Gaul in die Zukunft.

 

Schadensbehebung
Die festgestellten Schäden reichten von eingewachsenen Wurzeln, Verunreinigungen wie Scherben bis hin zu undichten Stellen. Dort konnte beispielsweise Grundwasser eindringen. „Grundwasser gehört in den Boden, nicht in den Kanal“, meinte Klaus Peter Gaul. Zur Beseitigung aller Schäden in den Hauptkanälen verwendeten die beauftragten Fachfirmen ein sogenanntes Inlinerverfahren. Dabei werden in die maroden Rohre mit Harz getränkte Filzschläuche eingebracht, die mittels Hochdruck „aufgeblasen“ werden. Ingenieur Gaul: „Durch das Verfahren entsprechen die Leitungen neuwertigen und können auch als solche verbucht werden.“

 

Rund 8,6 Kilometer saniert
Während an einigen Stellen eine partielle Schadensbehebung möglich war (bei 3.989 Metern), musste anderenorts ein komplettes Schlauchrelingverfahren (bei 4.615 Metern) angewendet werden. Insgesamt wurden zwischen 2007 und 2016 8.604 Meter Kanal saniert. „In 10-Jahresabschnitten müssen Sie Scheibchen für Scheibchen angehen und neben den Hauptkanälen auch die Anschlussleitungen mitnehmen“, gab der Fachmann den Stadträten einen abschließenden Tipp.

 

Kosten

Kostenschätzung
Schadensklasse 0 710.000 Euro
Schadensklasse 1 580.000 Euro
Schadensklasse 2 680.000 Euro
Gesamtsumme 1.970.000 Euro
Gerundet 2.000.000 Euro
Tatsächliche Kosten 1.842.165,80 Euro

 


          
          
          

                              

     


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