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Entwurfsplanung „Umbau Marktplatz / Lichtenfelser Straße“ basiert auf den Bürgerwünschen

Rund 200 Bürgerinnen und Bürger folgten der Einladung und beteiligten sich aktiv an den Planungen zum Umbau des Marktplatzes und der Lichtenfelser Str
Rund 200 Bürgerinnen und Bürger folgten der Einladung und beteiligten sich aktiv an den Planungen zum Umbau des Marktplatzes und der Lichtenfelser Straße. Bürgermeister Thomas Söder nahm die Anregungen gerne auf.

In mehreren Runden konnten sich die Bürgerinnen und Bürger aktiv an den Planungen zum Umbau des Marktplatzes und der Lichtenfelser Straße beteiligen. Im Juli stellte nun Planer Ralph Stadter RSP, Bayreuth, die ersten Entwürfe vor, die sich aus den Wünschen der Bürgerschaft entwickelt haben.

 

Ihre Wünsche für den neuen Marktplatz
Hallstadt feiert gerne, deshalb ist ein multifunktionaler Marktplatz wichtig. Die Architekten berücksichtigen daher eine große Freifläche zwischen dem Rathaus und dem Fürstbischöflichem Vogteilhaus. Der vorhandene Brunnen wird um ein paar Meter versetzt und zieht künftig, umgeben von einer kleinen Grünfläche die Blicke auf sich. Schließlich wollen die Bürgerinnen und Bürger auch Begrünung sowie Sitz- und Verweilmöglichkeiten, um die Aufenthaltsqualität am Marktplatz zu verbessern. Weitere Bänke und ein Wasserspiel finden vor dem Rathaus Platz, daran soll sich ein Baumhain rund ums Kriegerdenkmal anschließen. Historische Pläne zeigen, dass dort früher der Friedhof zu finden war. „Unser Vorschlag: Wir greifen diese historische Gegebenheit auf und begrünen diesen Teil des Marktplatzes“, sagte Ralph Stadter. Unter schattenspendenen Bäumen, könnten gleichzeitig (Kurzzeit)Parkplätze entstehen und Bänke zum Verweilen einladen.

(Kurzzeit)Parkplätze waren ebenfalls ein Wunsch vieler Bürger. Der Gewerbeverein, der viele Ideen in die Planungen einbrachte, unterstützt dieses Vorhaben ebenfalls. Die Kunden benötigen Kurzzeitparkplätze in möglichst zentraler Lage, um bequem ihre Einkäufe erledigen zu können. Gleichzeitig dürfen diese Stellplätze nicht von Dauerparkern blockiert werden. Und zu guter Letzt muss es auch ausreichend Behindertenparkplätze geben. All das haben die Planer bei ihren Entwürfen berücksichtigt und mit der gewünschten Begrünung und Aufwertung des gesamten Stadtbildes kombiniert. So gibt es entlang der Lichtenfelser Straße Parkbuchten, die jeweils durch Bäume gegliedert sind. Schon seit einigen Wochen wird zusätzlich der ruhende Verkehr überwacht und Falschparker verwarnt – künftig geht es ihnen an den Geldbeutel. Ein Schritt, um das Dauerparken in zentraler Lage zu unterbinden und die notwendigen Kurzzeitstellplätze für Kunden und Gewerbetreibende zu schaffen. Während der Gottesdienste oder bei Veranstaltungen im Katholischen Pfarr- und Jugendheim kann im Übrigen, wie bisher, vor der Kirche geparkt werden. Entsprechende Schilder sind angedacht.

Der Marktplatz soll wieder als Platz wahrgenommen werden – als Mittelpunkt der Stadt, als lebendiges Zentrum, als Ort zum Verweilen. Um diesen Platzcharakter zu verstärken, könnte ein besonderer Belag gewählt werden. Für die Planer ist es selbstverständlich, dass für diesen nur geräuscharme Varianten in Frage kommen, die für Fußgänger (mit Kinderwagen, Rollator oder Rollstuhl) ebenso geeignet sind, wie für Radfahrer oder motorisierte Verkehrsteilnehmer. Jeder soll sich leicht und vor allem sicher fortbewegen können. Dabei versteht es sich von selbst, dass auf die Barrierefreiheit großer Wert gelegt wird.

 

Ihre Wünsche für die Lichtenfelser Straße
Um die Sicherheit, vor allem für Fußgänger, zu verbessern, soll der Gehweg möglichst durchgehend eine Mindestbreite von 1,50 Metern aufweisen. Da der Platz jedoch begrenzt ist, wird die Fahrbahn auf eine Regelweite von 6 Metern reduziert. Dieser Vorschlag ist die Basis der mehrheitlich gewünschten Verkehrsberuhigung. Denn aktuell befahren pro Tag rund 10.000 Fahrzeuge die Lichtenfelser Straße. Davon fallen rund 70 Prozent auf den sogenannten Durchgangsverkehr. Laut Helmuth Ammerl (Obermeyer Planen + Beraten, München), der im Auftrag der Stadt Hallstadt ein Verkehrsgutachten erstellte – das im Februar mehr als 80 Prozent Zustimmung der Bürger bekam – kann die Zahl der durchfahrenden Autos auf rund 5.000 bis 6.000 reduziert werden.

Dazu sind bauliche Veränderungen notwendig. Joachim Schmitz-Klopf und Ralph Stadter verwenden in ihren Planungen Aufweitungen und Verengungen der Fahrbahn und greifen so den historischen Straßenverlauf wieder auf. Dort, wo früher vermutlich bedeutende Stadttore zu finden waren, setzen die Planer Engstellen – sogenannte Torzitate. „Die Torzitate sind unsere Stellschrauben, damit können wir den Verkehrsfluss steuern“, erklärte der Experte. Ein Beispiel: Bei 4,75 Metern Abstand zwischen den Einengungen ist der Begegnungsverkehr zweier Pkw problemlos ohne anzuhalten möglich – bei Begegnungen mit großen Landmaschinen, Bussen oder LKW müsste einer warten. Je enger es wird, umso vorsichtiger und langsamer müssen die Verkehrsteilnehmer fahren – und gegebenenfalls auch anhalten. Je weiter die baulichen Elemente entfernt sind, desto schneller kann man hindurchfahren.

Um ein schnelles Abkürzen durch Seitenstraßen zu verhindern, müssen die Kreuzungen Lichtenfelser Straße / Kemmerner Weg / Kilianstraße auf jeden Fall bei den Umbauarbeiten berücksichtigt werden. „Wir werden in den breiten Kreuzungsbereichen bauliche Veränderungen vornehmen“, blickte Bürgermeister Thomas Söder in die Zukunft. „Wir wollen nicht, dass die Anwohner dort nach dem Umbau einer größeren Verkehrsbelastung ausgesetzt sind.“ Welche baulichen Maßnahmen getroffen werden, stehen noch nicht fest.

Optische Reize, gekoppelt mit weiteren baulichen Veränderungen, wollen die Stadtplaner auch im Bereich der Kreuzung „Am Sportplatz“ und im weiteren Verlauf in Richtung Kreisel setzen. Hier soll es ebenfalls verkehrsberuhigende Elemente geben. „Wir wollen die Fahrbahn nicht einengen, sondern aufsplitten. In der Mitte ist eine begrünte Insel vorgesehen, die den Verkehr teilt. Rechts und links können die Fahrzeuge vorbeifahren“, berichtete Architekt Stadter. Zwei solcher Elemente sind geplant. Zudem erhält der Bildstock auf Höhe des Gründleinsbachs wie auch das Wegkreuz durch eine leichte Versetzung und zusätzlicher Begrünung eine optische Aufwertung.

Einige Meter weiter, vor dem Hotel „Goldener Adler“, greifen die Planer erneut einen historischen Bezug auf. Dort könnten sich die Architekten gestalterische Elemente wie Bäume und einen Brunnen vorstellen. Neben Parkplätzen, zusätzlich zu den Stellplätzen der hoteleigenen Tiefgarage, soll es dort auch eine Haltemöglichkeit für Busse geben. Fachplaner, Hoteldirektor und Verwaltung werden die Planungen gemeinsam konkretisieren.

Bleibt noch die vorgesehene Höchstgeschwindigkeit. Dabei haben sich die Fachplaner an Ammerls Verkehrskonzept orientiert, das eine Geschwindigkeitsreduktion von 50 auf 30 beziehungsweise 20 Stundenkilometer vorsieht. An welcher Stelle, welches Tempo gelten soll, wird der Stadtrat noch genau erörtern. Dabei werden sie die unterschiedlichen Interessenlagen berücksichtigen und eine gute Lösung für alle Beteiligten finden. Parallel dazu werden sich die externen Fachbehörden ebenfalls mit der Thematik befassen und kontrollieren, was zulässig ist. Denn die Straßenverkehrsordnung hat klare Vorschriften, die bei dem Umbau des Marktplatzes und der Lichtenfelser Straße beachtet werden müssen. So ist zum Beispiel die von den Bürgerinnen und Bürgern gewünschte Barrierefreiheit in Kombination mit einem sogenannten Niederbord (Bordsteinkante zum Gehweg etwa 3 Zentimeter hoch) nicht in Verbindung mit einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 50 Stundenkilometer möglich – und das ist nur eine, der vielen komplexen Vorschriften.

 

Wie geht’s weiter?
Mit all den genannten Faktoren wird sich der Stadtrat in einem Workshop im September auseinandersetzen. Im Nachgang werden sämtliche Anregungen – der Bürgerinnen und Bürger, der Anlieger und Hauseigentümer, des Gewerbevereins, der Landwirte sowie der Fachbehörden – gewichtet und soweit als möglich in die Planungen eingearbeitet. Zeitgleich können die notwendigen archäologischen Voruntersuchungen vorbereitet werden, um möglichste keine Zeit zu verlieren. Denn eines ist sicher: Der Kanal am Marktplatz und in der Lichtenfelser Straße muss dringend saniert werden. „Da sind wir uns alle einig. Diese Maßnahme muss zeitnah umgesetzt werden. Und bei der Kür, der oberirdischen Gestaltung, werden wir Kompromisse finden. Wie wir sehen, liegen die Vorstellungen unserer neuzugestaltenden Innenstadt schon nahe beieinander“, betonte Bürgermeister Thomas Söder abschließend.

 

Ansprechpartner
Die Stadtplaner Joachim Schmitz-Klopf und Ralph Stadter sowie die Mitarbeiter des Bauamtes der Stadt Hallstadt nehmen sich gerne Zeit für Sie und erörtern in einem persönlichen Gespräch Ihre Anliegen. Bitte wenden Sie sich zwecks Terminvereinbarung ans Bauamt der Stadt Hallstadt
Sebastian Faulstich, 0951 / 750 – 40,
Markus Kraus, 0951 / 750 – 41,
Marc Hilbert, 0951 / 750 – 16.

 

Grossansicht in neuem Fenster: Im Nachgang zur Vorstellung des Entwurfes konnten die Interessierten Fragen stellen. Detlev Breier lobt die Planungen und hat einen Wunsch: Einen mögl Grossansicht in neuem Fenster: Aufmerksam folgten die Zuhörer den Ausführungen des Planers.
Im Nachgang zur Vorstellung des Entwurfes konnten die Interessierten Fragen stellen. Detlev Breier lobt die Planungen und hat einen Wunsch: Einen möglichst breiten Gehweg vor der Gaststätte Diller. Aufmerksam folgten die Zuhörer den Ausführungen des Planers.
Grossansicht in neuem Fenster: Die beiden Stadtplaner Joachim Schmitz-Klopf (links) und Ralph Stadter (rechts)
Die beiden Stadtplaner Joachim Schmitz-Klopf (links) und Ralph Stadter (rechts).

 


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